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16.2.05

 

österreich ohne Konzept beim Klimaschutz

In einer Pressemeldung von global2000.at heißt esheute :Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 warnt anlässlich des heutigen Inkrafttretens des Kyoto-Protokolls vor dem Scheitern der österreichischen Klimaschutzpolitik. „Alle Rezepte gegen die steigenden Treibhausgase, die Umweltminister Pröll vorlegt, verpuffen angesichts des steigenden Verkehrsaufkommens und des steigenden Energiebedarfs. österreich ist dabei, internationale Verträge zu brechen und existentielle Interessen der Gegenwart und Zukunft unseres Landes zu verspielen. Minister Prölls gestrige Aussage, dass erst 2005 erste wirksame Maßnahmen gesetzt wurden, ist ein Eingeständnis seines Scheiterns. Denn die Kyoto-Periode läuft bereits seit 15 Jahren“, so Karl Schellmann, Klimaschutzexperte von GLOBAL 2000. „GLOBAL 2000 ersucht deshalb Bundespräsident Heinz Fischer einen Dialog zum Klimaschutz einzuberufen. Wirksamen Klimaschutz weiter in die Zukunft zu verschieben ist wie mit 160 Km/h ungebremst gegen die Wand fahren.“

Das Kyoto-Ziel mit Biosprit erreichen zu wollen, zeigt die Ratlosigkeit der österreichischen Umweltpolitik. „Die Pläne, Biodiesel aus Intensivlandwirtschaft mit massivem Pestizid- und Kunstdüngereinsatz aus Brasilien oder Osteuropa zu uns zu transportieren, sind abzulehnen. Damit verlagern wir Umweltschäden ins Ausland und tragen dazu bei, dass Agrarflächen anstatt zur Nahrungsmittelerzeugung zur Treibstofferzeugung verwendet werden. Das ist insbesondere in Staaten wie Brasilien, wo große Teile der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben, eine Katastrophe“, warnt Schellmann. „Klimaschutz muss in österreich umgesetzt werden und nicht im Ausland.“ Langfristig ist auch österreichs Sicherheit ernsthaft in Gefahr. Der Klimawandel ist eine größere Bedrohung als der Terrorismus. Im Oktober 2004 stellte der Gesandte Walther Lichem, Leiter der Abteilung „Internationale Organisationen“ im österreichischen Außenministerium fest, dass „allein zwischen 1999 und 2000 2500mal mehr Menschen an mangelnder Wassergüte gestorben als bei Terroranschlägen.“ Und der fortschreitende Klimawandel wird zur weiteren Trinkwasserverknappung beitragen.

GLOBAL 2000 wird Bundespräsident Heinz Fischer in einem offenen Brief ersuchen, einen Klimaschutz-Dialog einzuberufen. Da im März der detaillierte Kyoto-Fortschrittsbericht veröffentlicht wird, bietet sich der April für ein erstes Zusammentreffen von Politik, Wissenschaft und Umweltschutzorganisationen unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten an.

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